Zur Geschichte von Großpostwitz

Text der Ortschronik aus der Broschüre zur 666- Jahr Feier des Ortes




1802

Bau eines Schulhauses mit einem Unterrichtsraum und einer Lehrerwohnung vor der Spreebrücke Richtung Rodewitz rechts auf dem Hochufer. Dieses Gebäude wurde nach einer Erweiterung bis 1880 als Schulhaus genutzt. 1e Aus dieser Schule gingen u.a. hervor Michael Rostock (Rostok), geb. 1821 in Ebendörfel, und Karl August Katzer (Kocar), geb. 1822. 5,7 Bis zum Beginn dieses Jahrhunderts gab es in Postwitz einen Ratsfischer, der für die Spree, den Cosuler Bach, genannt das 'Forellenwasser', und die vier Karpfenteiche in der Spreeaue zuständig war. Ebenfalls von Postwitz aus betreute ein Ratsförster die Wälder der Stadt Bautzen auf dem 'Münchsberg' (Mönchswalder), dem 'Thromberg' und dem 'Schleiffberg' (Czorneboh). 9

1803

Am 14. Juni führte die Spree außergewöhnliches Hochwasser. 5 1807 Aus Postwitz wurde Großpostwitz. 5 Ein neuer Taufstein für die Kirche in Großpostwitz wurde gestiftet von Karl Traugott Schaffhirt, dem Besitzer der Papiermühle in Obergurig. Der Taufstein von 1687 blieb zunächst vor der Kirche liegen und wurde dann mitten im Pfarrteich, der sich neben der Kirche befand, aufgestellt. Heute befindet er sich vermutlich im Bautzener Stadtmuseum. 4,7

1813

Der Großpostwitzer Pfarrer Carl Gottlieb Marloth berichtete über die Schrecken dieses Krieges für die Bevölkerung in Großpostwitz. Seine Familie flüchtete schließlich nach Schirgiswalde, zuletzt auch er selbst. 5 Wie sehr selbst die abgelegensten Orte von den Kämpfen betroffen waren, zeigt eine im Stadtmuseum Bautzen ausgestellte Karte, auf der Truppenverbände sogar im Kunitzer Tal eingezeichnet sind.

1813

Am 2l. Mai endeten die Kämpfe um Großpostwitz. Wieder waren hohe Abgaben zu leisten. 5

1819

Martin Ratze, Bauer und Ortsrichter in Hainitz, richtete am Cosuler Bach eine Gutsmühle ein. 5

1823

Das heute noch bestehende Hauptgebäude der Schnabelmühle wurde errichtet.'' Die Stadt Bautzen verkaufte das Inspektionshaus. Das ßautzener Stadtwappen befindet sich noch immer über der Eingangstür. Vor dem Verkauf war es nicht abgenommen worden und danach verweigerte der Käufer des Hauses die Herausgabe. 4 Johann Traugott Pohlank aus Klitten erwarb das Haus. Er erhielt die Kram- und Schankgerechtigkeit und vermietete das Obergeschoß an einen 'Chirurgus'. 5 Die Kinder aus 20 Dörfern besuchten die Großpostwitzer Schule. Ab 1837 errichteten einige Dörfer eigene Schulen und ließen ihre Kinder dort unterrichten. 1e Ab diesem Jahr ließ der Bautzener Kämmereiverwalter Johann Gottlob Postel den zu dieser Zeit weitgehend kahlen Drohmberg bepflanzen, und zwar überwiegend mit Lärchen. 5 Die Kirchgemeindeglieder schenkten der Kirche Kirchenposaunen und einen gläsernen Kronleuchter anläßlich der 200jährigen Jubiläumsfeier der Übergabe der Augsburger Konfession. 4 Am 1. April wurde im Königreich Sachsen die Erbuntertänigkeit aufgehoben. Großpostwitz und die anderen Dörfer der Großpostwitzer Verwaltung wurden frei von den Abhängigkeiten als Ratsdorf. 5

Die früher so bezeichnete 'Kaiserstraße', die heutige B 96, war im Laufe der Zeit sehr schlecht geworden. Sie war stellenweise tief ausgefahren und ausgewaschen, in Rascha führte sie durch einen Hohlweg steil bergab, in Hainitz war sie nur eingleisig und voller Felsblöcke, vor Großpostwitz diente sie zugleich als Wassergraben. Nach langen Auseinandersetzungen zwischen den anliegenden Gemeinden, der Stadt Bautzen und Sachsen darüber, wer wieviel zu den Baukosten beitragen sollte, wurde die Straße von Bautzen aus Richtung Oppach als 'Kunststraße' neu gebaut und war bis Ende September bis auf die Flur von Ebendörfel fertiggestellt. Da das Geld knapp wurde, zog sich der weitere Bau über mehrere Jahre hin. 1e
Großpostwitz wurde wahrscheinlich 1834 erreicht.'
Vielleicht spiegelt sich der alte Straßenverlauf in der Fluchtlinie der Gebäude des früheren 'Forsthauses', des früheren 'Cafes' und heutigen 'Zauberbergs' und des heutigen Drogeriemarktes wider. 7
In Großpostwitz wurde im Rahmen der Straßenerneuerung ein Chausseehaus erbaut, in dem Johann Gottfried Nette vom 1.Januar 1836 an Chausseegelder kassierte. 5 Das Einnehmerhaus war ursprünglich das letzte Haus von Großpostwitz in Richtung Bautzen. Später war die Apotheke darin untergebracht. 9 Erweiterung des Schulgebäudes an der Spree von 1802 durch einen Anbau mit zwei Schulzimmern und zwei Lehrerwohnungen. Obergurig errichtete als erstes Dorf für seine Kinder, die zuvor die Großpostwitzer Schule besucht hatten, eine eigene Schule. Rodewitz folgte 1880. 1e,4 Der spätere Ratskeller gehörte in diesem Jahr dem Häusler Johann Schmeiß. Er war Bäcker und besaß zudem einen Branntweinausschank. In dieser Zeit gab es zwei Bäcker in Großpostwitz. Die Schmiede gehörte Georg Brade. 1e
Als Folge der Verwaltungsreform im Königreich Sachsen erhielt Großpostwitz die Selbstverwaltung. Ein Ausdruck dessen war die Wahl eines eigenen Gemeindevorstandes, dessen Sitzungsprotokolle in einem Gemeindebuch festgehalten wurden. Ebensolche Gemeindebücher sind auch von einigen zu Großpostwitz gehörenden Dörfern erhalten, die sich diese Selbständigkeit unterschiedlich lange bewahrten. Gemeinde-Bücher. 10 Johann Schmeiß ersuchte den Stadtrat um eine 'Concession zum Bierausschank' im späteren Ratskeller. 1d In Cosul richtete der Bauer Zachmann einen Granitsteinbruch ein. 5

1846

Johann Gottlob Postel wurde für seine Bemühungen um die Aufforstung des Drohmbergs dort ein heute noch bestehendes Denkmal gesetzt. 5

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